Was Six Sigma nicht ist

Die meisten Einführungskurse in Six Sigma behandeln ausführlich, was Six Sigma ist. In unserem Green-Belt-Kurs gehe ich auch darauf ein, was Six Sigma nicht ist. Ich bin der Ansicht, dass diese Diskussion ebenso wichtig ist, um den Six-Sigma-Ansatz zur Problemlösung und kontinuierlichen Verbesserung zu verstehen.
Die Werkzeuge und Techniken von Six Sigma sind nicht neu, sondern haben sich über 100 Jahre hinweg stetig weiterentwickelt. So entwickelte Vilfredo Pareto ab 1906 das Pareto-Prinzip. Sir Ronald Fisher begann 1919 mit der Entwicklung dessen, was wir heute als Versuchsplanung kennen. Walter Shewhart legte 1924 die Grundprinzipien für Regelkarten fest. Viele weitere bedeutende Persönlichkeiten leisteten im Laufe des 20. Jahrhunderts einen wichtigen Beitrag zur Qualitätsbewegung.th Jahrhundert, darunter Dr. W. Edwards Deming (Managementtheorie, System des tiefgreifenden Wissens), Dr. Joseph Juran (Qualitätstrilogie – Planung, Verbesserung, Kontrolle), Kaoru Ishikawa (Ursache-Wirkungs-Diagramm, Qualitätszirkel), Gen'ichi Taguchi (robustes Design), Phillip Crosby (Kosten der Qualität, Null-Fehler-Denkweise), Dorian Shainin (einfache, kosteneffektive Problemlösungsmethoden) und zahlreiche andere.
Six Sigma basiert nicht auf Versuch und Irrtum, und Entscheidungen werden nicht aufgrund von Meinungen oder Emotionen getroffen. Vielmehr stützen sie sich auf Fakten und Daten. Daher ist sorgfältige Messung und Datenerfassung von höchster Bedeutung, um sicherzustellen, dass die Fakten und Daten vollständig, genau und zuverlässig sind.
Six Sigma ist nicht der einzige Weg zur Verbesserung und steht nicht im Widerspruch zu anderen Ansätzen wie Lean Management, der Engpasstheorie, den Baldrige-Kriterien für Leistungsexzellenz und den Bewertungskriterien des Shingo-Preises. Oftmals ergeben sich große Synergien, wenn Six Sigma mit anderen Ansätzen kombiniert wird, insbesondere mit Lean Management.
Six Sigma ist kein Weg, um schnell reich zu werden. Unternehmen müssen Six Sigma als langfristigen Ansatz begreifen, der ihnen hilft, sich im Laufe der Zeit schrittweise zu verbessern.
Six Sigma beschränkt sich nicht nur auf Werkzeuge und Statistiken. Ebenso wichtig ist der Aufbau einer unterstützenden Infrastruktur aus geschulten und erfahrenen Mitarbeitern mit den notwendigen Führungs- und Change-Management-Kompetenzen, um die Anwendung der Werkzeuge und Statistiken zu implementieren. Meine Beratungserfahrung zeigt, dass es oft darum geht, herauszufinden, was eine Organisation verbessern muss, und die Mitarbeiter dazu zu bringen, dies auch umzusetzen.
Six Sigma beschränkt sich nicht allein auf die Qualitätsverbesserung. Es verfolgt einen viel umfassenderen Geschäftsansatz mit dem Ziel, die Kundenzufriedenheit zu steigern, die Betriebskosten zu senken und die Rentabilität zu erhöhen. Qualitätsverbesserung ist ein Mittel zum Zweck.
Six Sigma beschränkt sich nicht nur auf die Fertigungsindustrie. Es findet breite Anwendung in allen Arten von Organisationen, darunter Gesundheitswesen, Finanzdienstleistungen, Regierung, Militär, Einzelhandel, Vertrieb und Marketing, Informationssysteme und viele andere.
Six Sigma ist kein theoretischer Ansatz – er ist praktisch, pragmatisch und handlungsorientiert.
Ihre Kommentare und Fragen zu diesem Artikel sowie Anregungen für zukünftige Artikel sind herzlich willkommen. Sie können mich gerne per E-Mail kontaktieren unter oger@keyperformance.com.
Über den Autor: Roger C. Ellis ist studierter und praktizierender Wirtschaftsingenieur. Er ist Six Sigma Master Black Belt und verfügt über mehr als 45 Jahre Berufserfahrung in verschiedenen Branchen. Herr Ellis entwickelt und leitet Six-Sigma-Zertifizierungskurse für Key Performance LLC. Eine ausführlichere Biografie finden Sie hier: www.keyperformance.com.